Friedrich Schiller (1759 - 1805)

- Gemälde von Ludovike Simanowiz, 1794
Zehn Dinge, die du vielleicht noch nicht wusstest über Schiller:
- Schiller war ein unübertroffener Humanist. Ihm ging es immer um den Menschen – und um seine Freiheit und geistig-körperliche Unversehrtheit!
- Schon als kleiner Junge zog er sich den Ärger seiner Eltern zu, als er armen Menschen in den Gassen von Marbach seine Schuhe und Dinge des Haushalts schenkte.
- Er wurde gegen seinen und den Willen seiner Eltern in die militärisch geführte Elite-Akademie seines Herzogs gezwungen, um dort Mediziner zu werden. Er selber wollte eigentlich Theologie studieren. Während der acht Jahre in der Carlsschule hatte Schiller keinen einzigen Tag Ferien. Zwei seiner Schwestern wurden in dieser Zeit geboren und verstarben, ohne dass er sie je gesehen hatte.
- Mit Freunden gründete er einen literarischen Geheimbund, in dem sie verbotene Bücher, Werke von Goethe und eigene Texte lasen. Sein erstes Theaterstück „Die Räuber“ schrieb Schiller heimlich. Ein Freund stellte den Kontakt zu einem Verleger her und so gelang das Manuskript an das Theater Mannheim. Dort wurde das Stück triumphal aufgeführt, Schiller selbst war nur inkognito dabei.
- Schiller verliebte sich in die Schwestern Caroline und Charlotte von Lengefeld und hatte es lange Zeit schwer, sich zwischen den beiden Frauen zu entscheiden. Schließlich entschied er sich für Charlotte, traute sich aber nicht, persönlich um ihre Hand anzuhalten und schrieb ihr deshalb einen Brief, auf den sie postwendend freudig mit einem Brief antwortete. Die beiden bekamen im Laufe ihrer 15-jährigen Ehe vier Kinder.
- Schillers Verhältnis zum zehn Jahre älteren Goethe war lange von Konkurrenz und gegenseitiger Antipathie bestimmt. Erst spät entwickelte sich eine tiefe Freundschaft und eine einzigartige literarische Arbeitsgemeinschaft: Die Anregungen des einen flossen in zahlreiche Werke des jeweils anderen ein.
- Schillers „Ode an die Freude“ von 1785 wurde 1824 bekanntlich durch Beethoven im letzten Satz seiner 9. Symphonie vertont. Dieser Satz ist seit 1972 die offizielle Hymne des Europarates und seit 1985 die der Europäischen Union. Allerdings ohne Schillers Text, um keine Landessprache in Europa hervorzuheben.
- Schiller war schon zu Lebzeiten eine literarische Legende und wurde von vielen Menschen wie ein Wesen vom anderen Stern bewundert, da er so vielseitig tätig war. Er war um 1800 der berühmteste Schriftsteller Deutschlands, noch bekannter und beliebter als Goethe.
- Als Schiller mit 46 Jahren starb, fand der behandelnde Arzt angeblich nur noch zwei funktionierende Organe. Schillers kräftezehrende Akademiezeit, seine Flucht vor dem Herzog, die rast- und ruhelosen Jahre des Umherwanderns, sein nächtlicher Lebensrhythmus und ein nie wirklich auskuriertes Sumpffieber ließen seine Lebensuhr früh ablaufen.
- Seltsamerweise wurde Schiller in einem Massengrab beigesetzt. Erst 22 Jahre später wurden seine vermeintlichen Gebeine in die Weimarer Fürstengruft überführt. Goethe sah sich vom Anblick eines Schädelknochens unter einer Glaskuppel zu einem berühmt gewordenen Gedicht animiert, weil er dachte, er hätte es mit den Knochen seines Freundes zu tun. Heute weiß man, dass dort die Gebeine eines Unbekannten lagen und nicht Schillers Schädel.






