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Christoph Martin Wieland (1733 - 1813)

Gemälde von Anton Graf, 1794

Zehn Dinge, die du noch nicht wusstest über Wieland:

  1. Wieland war eine Art "Wunderkind", sehr frühreif, und liebte schon als kleiner Junge die Poesie. Mit 12 Jahren schrieb er ein Gedicht auf Latein mit 600 Versen.
  2. Auch als Jugendlicher kam er mit Büchern besser zurecht als mit Menschen. Seinen ersten Schwarm versuchte er siebzehnjährig mit einem Lehrgedicht über 4000 Verse zu beeindrucken.
  3. Wieland konnte sich für die aufkeimende Emanzipation begeistern: geprägt von der Freundschaft zu der intellektuellen Julie von Bondeli, deren Quasselwut ihn zum Wahnsinn trieb, deren scharfer Verstand ihn aber auch inspirierte, erfand er eine literarische weibliche Figur, die sich stark für die Rechte der Frauen einsetzte.
  4. Er übersetzte als erster Shakespeare-Dramen in die deutsche Sprache, 22 insgesamt, allesamt mit Hilfe weniger Nachschlagewerke. Seine Kenntnisse der englischen Sprache rührten vom Selbstunterricht mit einem Wörterbuch.
  5. Einige seiner Neuschöpfungen bei dieser mühsamen Übersetzungsarbeit sind bis heute im deutschen Sprachgebrauch geläufig: „Steckenpferd“, „honigtriefend“, „Kriegserklärung“, „Schafsgesicht“.
  6. Seine erste richtige große Liebe konnte und durfte der evangelische Wieland nicht heiraten, weil sie katholisch war. Christine Hogel ging mit dem inzwischen unehelich geborenen gemeinsamen Kind in ein Kloster, in dem das Kind früh verstarb.
  7. Wieland konnte schlecht mit Kritik umgehen, er machte seinem Ärger darüber gerne Luft und prägte dadurch eine berühmt gewordene Redensart: "Die Herren dieser Art blend oft zu vieles Licht, Sie sehn den Wald vor lauter Bäumen nicht!"
  8. Wieland hatte kein Glück mit den Frauen, deshalb wurde schließlich eine Ehe  arrangiert, seine Eltern suchten die Braut für ihn aus. Doch Wieland liebte seine Anna von Hillenbrand zeit ihres Lebens sehr: "sie und ihre Existenz  (ist) mit der meinigen so verwebt, dass ich nicht von ihr entfernt sein kann."
  9. Er war ein anerkannter Autor zu seiner Zeit, seine Zeitschrift "Der Teutsche Merkur" erschien 38 Jahre lang. Heute sind viele seiner Werke schwer lesbar, weil sie vor Anspielungen an die damalige Literatur wimmeln, die den heutigen Lesern nicht mehr geläufig sind.
  10. Wieland war sehr eitel und lobte sich in Gesellschaft gerne selbst. Nur selten gelangen ihm selbstkritische Töne wie sein Kommentar zu Goethe, den er in Weimar kennenlernen durfte und mit dem er sich bescheiden verglich: "Wie wohl ich fühlte, dass ich nicht verdiene, misshandelt und preisgegeben zu werden, so fühle ich wohl auch, dass ich kein großer Mann bin. Ich verlange auch nicht zu seyn, wozu mich die Natur nicht gemacht hat."

 Was ist Weimarer Klassik?